Stadt Wildberg

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Stadtrundgang

Historischer Stadtrundgang

Stadtrundgang Schlossruine Marktbrunnen Rathaus Alte Schafscheuer Welzgrabenbrücke Stadtmauer Alte Schule Martinskirche Pfarrhaus Spießbrunnen Alten- und Pflegeheim Alte Apotheke Hexenturm Arrestturm Alter Friedhof Hirschbrücke Bad - Törle Kloster Maria Reuthin Früheres Kameralamt Grabplatten Historische Wasserradanlage Wildberger Galgensteine
1. Schlossruine Um 1200 als Burg der Pfalzgrafen von Tübingen, den früheren Grafen des Nagoldgaus, erbaut. 1237 wird in der ältesten bekannten Urkunde über Wildberg ein „Schenk von Wildberg“ erwähnt. Burkhard III. von Hohenberg gilt als Erbauer der Stadt. Die Burg brannte 1618 ab und wurde zwischen 1688 und 1692 als Schloss (Sitz der württembergischen Obervögte) wieder errichtet. 1945 während eines Luftangriffs zerstört.
2. Marktbrunnen 1553 von Blasius Berwart errichtet. Die Brunnenfigur ist aus einem Keuper-Sandsteinblock gehauen und trägt das damalige württembergische Herzogswappen.
3. Rathaus 1480 fertiggestellt. Das Fachwerk ist zum großen Teil abgedeckt. Die erste Erwähnung der Stadt erfolgt in einer Urkunde aus dem Jahr 1237. Bürgersiegel aus dem Jahr 1297. Von 1440 bis 1807 württembergisches Amt (Oberamt). Anbau, Umbau und Modernisierung des historischen Rathauses von Juni 2009 bis Oktober 2011.
4. Alte Schafscheuer Jetzt städtischer Bauhof. Die Schäferei in Wildberg wird 1298 erstmals erwähnt. 1723 wurde der Wildberger Schäferlauf als Schäfertag eingeführt. Er findet alle zwei Jahre an Jakobi, also im Juli (in den geraden Jahren), statt.
5. Welzgrabenbrücke Die Inschrift auf der oberen Brückenbrüstung lautet: „Anno 1660 ist diese Brücke durch Jakob Hessen Maurer auf gemeiner Stadt Kosten auf dem Grundt von beeden Herrn Bürger-Meistern Jakob Pfost und Hanns Staimlin verdingtermaßen erbawt worde. Zur Zeit galt ein Scheffel Kernen 4 1/2 Gulden.“
6. Stadtmauer mit ehemals sieben Toren. Die Befestigung der Stadt erfolgte durch den Grafen Burkhard III. von Hohenberg.
7. Alte Schule Bis 1785 wurde in diesem Gebäude unterrichtet. Der damals in Betrieb genommene Nachfolgebau ist 1945 durch Luftangriff zerstört worden und stand nördlich der Kirche. Lateinschule Wildberg von 1320 bis 1924, später mit „deutscher Schule“. Seit 1968 Bildungszentrum mit Hauptschule und Realschule auf dem Schafscheuernberg. Grundschule an der Talstraße.
8. Martinskirche Seit 1392 selbständige Kirche; zuvor zu der Kirche in Sulz am Eck unter dem Patronat des Klosters Reuthin gehörig. 1464 bei Stadtbrand zerstört, Neubau bis 1467 als drei-schiffige Basilika, Chor von Aberlin Jörg, dem Erbauer der Stuttgarter Stiftskirche. 1772/73 Umbau des Langhauses in eine einschiffige Halle. Die Orgel mit Rokoko-Prospekt wurde 1979 grundlegend erneuert und restauriert.
9. Pfarrhaus 1551 bis 1821 Evangelisches Dekanatamt Wildberg. 1543 bis 1814 Sitz der Diakone für Wildberg, Effringen und Schönbronn im Nachbargebäude („Helferhaus“).
10. Spießbrunnen Bereits 1486 als „des Peter Spießen Brunnen“ genannt. Der Brunnen wurde früher durch Quellen vom Eckberg, also von der gegenüberliegenden Talseite aus, gespeist.
11. Alten- und Pflegeheim Ehemals Stadt- und Amtsschreiberei Wildberg. 1838 gründete Stadtpfarrer Karl Georg Haldenwang die erste Anstalt für geistig behinderte Kinder im Königreich Württemberg, die 1851 nach Mariaberg verlegt wurde. Seit 1865 Altenheim, das von Königin Olga als „Haus der Barmherzigkeit“ gestiftet wurde. Neue Bauteile aus den Jahren 1977 und 1992. Träger ist die kirchliche Stiftung Altenheime Staigacker und Wildberg.
12. Alte Apotheke 1830 bis 1979 diente dieses Gebäude als Apotheke. Erster Apotheker war Eduard Kappis. 1836 wurde Albert Kappis, Maler und Akademieprofessor sowie Begründer des Schwäbischen Impressionismus hier geboren.
13. Hexenturm Bestandteil der ehemaligen Stadtbefestigung. Ehedem Verwahrort als „Hexen“ verurteilter Frauen. Letzte Verbrennung auf der Au 1621.
14. Arrestturm Allein erhaltenes von ursprünglich sieben Stadttoren. Bis nach dem 2. Weltkrieg Ortsarrest.
15. Alter Friedhof Angelegt 1586 nach Aufgabe des Kirchhofs bei der Martinskirche. Der neue Friedhof liegt am Ortsausgang in Richtung Effringen.
16. Hirschbrücke 1616/17 als „Untere Torbrücke“ neu errichtet. Umfassende Instandsetzungen 1740 und 1982 zur Beseitigung umfangreicher Hochwasserschäden. Im Mittelalter Gerichtsstätte.
17. Bad - Törle Bestandteil der alten Stadtmauer. Im Untergeschoss des Gebäudes Badgasse 6 (heutiges CVJM-Heim) befand sich früher ein Judenbad (Ritualbad). 1446 Badstube des Hänslin Bader.
18. Kloster Maria Reuthin Seit 1252 Dominikanerinnenkloster (ausgereuteter Platz) mit Besitz von Oberjettingen und Monhardt. Stifter ist Burkhardt IV. von Hohenberg. Im Bauernkrieg 1525 geplündert. Seit 1570 evangelisch, Klosterhofmeisterei. 1824 wurden durch einen Großbrand Kirche und Haupt- gebäude zerstört. Im ehemaligen Fruchtkasten befindet sich das Heimatmuseum.
19. Früheres Kameralamt 1824 wurde das Gebäude anstelle des durch Brand vernichteten Kloster-Hauptgebäudes mit Kirche aus dem 13. Jahrhundert errichtet. Bis 1895 Kameralamt (seinerzeit nach Herrenberg verlegt). 1903 bis 1975 Forstamt Wildberg (zuvor seit 1807 im Schloss und 1975 nach Nagold verlegt). 1976 bis 2006 Amt für Landwirtschaft, Landschafts- und Bodenkultur (im Wege der Verwaltungsreform zum Landratsamt zugehörig und nach Calw verlegt).
20. Grabplatten aus der Grablege der Hohenberger Grafen (13. - 15. Jh.) in der 1824 abgebrannten Klosterkirche. Die noch vorhandenen restlichen Grabsteine gehörten zu Beisetzungsstätten von Nonnen, einer Priorin, eines Beichtvaters und eines schwedischen Offiziers (15. - 17. Jh.).
21. Historische Wasserradanlage Im Jahr 1898 wurde das eiserne Wasserrad bei der Mittleren Mühle in Wildberg eingebaut. Zusammen mit einem weiteren kleineren Wasserrad wurde sie von den damaligen Mühlebesitzern zum Betrieb der Mühle und der Drechslerei benutzt. Im Jahr 1991 wurde das Wasserrad durch eine Turbine ersetzt, die zur Stromerzeugung eingesetzt wird.
22. Wildberger Galgensteine Im Spätmittelalter Wildberger Hinrichtungsstätte. Der letzte Galgen wurde um 1810 abgebrochen.

Kartografie: © Städte-Verlag E. v. Wagner & J. Mitterhuber GmbH - 70736 Fellbach, www.staedte-verlag.de