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Autor: Stadt Wildberg - Hauptamt
Artikel vom 17.12.2019

Neues aus dem Wildberger Forst

Dürre- und Käferschäden sind in Wildberg „überschaubar“

Das Klima ist ein Problem, das den Wald landes-, bundes- und europaweit betrifft und teilweise für „verheerende“ Schäden gesorgt hat, wie Forstbezirksleiter Johannes Fünfgeld weiß. Im Wildberger Stadtwald sind die Auswirkungen zum Glück noch „überschaubar“, doch spurlos geht die angespannte Situation auch an der Schäferlaufstadt nicht vorbei. Hohe zufällige Nutzung, sinkende Nachfrage – das stresst den Holzmarkt und schlägt sich auf die Preise nieder. Entsprechend wenig Geld gibt es für ein-geschlagenes Holz aktuell. Im Wildberger Forst war man daher 2019 auch eher zurückhaltend mit der Entnahme. Rund 4.900 Festmeter wurden gefällt, geplant waren eigentlich 7.800 Festmeter. Die außerplanmäßige Nutzung lag bei rund 2.200 Festmetern und fiel aufgrund von Käfern und Dürreschäden an. Bei Kulturvorbereitung und -begründung legten sich die Waldarbeiter auf 1,3 Hektar ordentlich ins Zeug. Geplant waren ursprünglich 0,5 Hektar. Verbissschutz wurde wie geplant auf zehn Hektar angebracht, während der Fegeschutz mit 2070 Stück statt der geplanten 500 Stück deutlich häufiger zum Einsatz kam als erwartet. Bei dem deutlichen geringeren Holzeinschlag und der Preissituation verwundert es nicht, dass die Einnahmen deutlich unter den Erwartungen blieben. Aus dem Holzverkauf sollten 430.000 Euro kommen, es wurden jedoch nur rund 165.000 Euro. Obwohl auch die Ausgaben geringer ausfallen als geplant (rund 244.000 Euro anstatt 322.000 Euro), bleibt in der Waldwirtschaft in 2019 ein Minus von rund 62.000 Euro.

Für 2020 sieht es zwar besser, wenn auch noch lange nicht so gut wie in Vorjahren aus. Mit dem Holzverkauf können voraussichtlich rund 300.000 Euro an Einnahmen generiert werden. Abzüglich der Ausgaben bleibt unterm Strich wohl ein geringes Minus von knapp 4.000 Euro übrig. Der Holzeinschlag ist mit 6.000 Festmetern geringer angesetzt als die diesjährige Planung, aber höher als der diesjährige Vollzug. Kulturvorbereitung und -begründung sind auf jeweils 0,2 Hektar vorgesehen, Kultursicherung auf acht Hektar. 100 Bäume sind für die Wertästung vorgesehen. Verbissschutz soll auf zehn Hektar angebracht werden, Fegeschutz sind mit 250 Stück eingeplant.

Neuer Leiter im Forst - Lutz Endres und Markus Schäfer geben Posten ab

Bisher war der Wildberger Wald in zwei Reviere aufgeteilt, betreut von Lutz Endres und Markus Schäfer. Endres geht nun nach vielen Jahren im Dienst in den Ruhestand, während sich Schäfer nach Ebhausen umorientiert. Das neue, durch die Forstreform vereinte Revier betreut ab 1. Januar 2020 Thomas Hingsberg.

Thomas Hingsberg stammt gebürtig aus Winnenden und lebt in Sommenhardt. Der 34-jährige hat in Rottenburg Forstwirtschaft studiert. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er in einem Gutachterbüro, ehe er 2012 in den Innendienst beim Landratsamt Calw wechselte. Dort war Hingsberg für forstliche Genehmigungen und Förderungen zuständig und kümmerte sich um die Verwaltung des Waldschulheims Hornberg.

Wildberg bietet „abwechslungsreiche Wälder“

Ein eigenes Revier sei der Wunsch jedes Försters, erzählt Hingsberg. Speziell das Wildberger Revier habe sich nicht nur wegen der Nähe zu seinem Wohnort angeboten. Die Schäferlaufstadt, die an Gäu und Schwarzwald grenzt, biete „abwechslungsreiche Wälder“. Auf die Arbeit im Stadtwald freut sich Thomas Hingsberg daher schon. Angestellt ist er beim Landratsamt, das den Stadtwald betreut, während Staatswald in den Aufgabenbereich des Landes fällt. Beim Privatwald zeichnet sich Hingsberg verantwortlich für Wildberg, Effringen, Sulz am Eck und Gültlingen, sein Forstkollege Frank Lindenberger, Revier Bad Teinach-Zavelstein, wird Schönbronn abdecken.

Im Lauf des Dezembers werden noch die endgültigen Verträge unterzeichnet, dann ist Thomas Hingsberg offiziell der neue Wildberger Revierförster. Auch von Forstbezirksleiter Johannes Fünfgeld muss sich die Stadt verabschieden. Er wird zu Forst BW und damit zum Staatswald wechseln.