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Autor: Stadt Wildberg - Hauptamt
Artikel vom 21.04.2020

Der Wildberger Schäferlauf findet in diesem Jahr nicht statt

Logo Schäferlauf
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Es ist offiziell bestätigt: In Wildberg findet 2020 zum ersten Mal seit dem zweiten Weltkrieg kein Schäferlauf statt. Das größte Brauchtums- und Heimatfest im Nordschwarzwald zählt natürlich auch zu den Großveranstaltungen, die laut Coronaverordnung des Bundes und des Landes bis zum 31. August untersagt sind. So bleibt allen nur die Vorfreude auf den Schäferlauf in zwei Jahren, vom 15. bis 18. Juli 2022.

Die endgültige Absage des Schäferlaufs 2020 ist für alle Schäferlauffreunde, vor allem aber für das Organisationsteam, ein herber Schlag. Bereits seit 13 Monaten laufen die Vorbereitungen für das Wildberger Großereignis. Grundlage dafür ist ein ausgeklügelter Zeit- und Aufgabenplan. Die Stadt als Ausrichter akzeptiert die Absage des Schäferlaufs natürlich, auch wenn es schwerfällt. Aber bei erwarteten rund 25.000 Besuchern bleibt keine andere Wahl.

Eine zeitliche Verlegung ist aus historischen Gründen nicht möglich. Am 7. Juli 1723 verfügte Herzog Eberhard Ludwig in einem Erlass an seinen Keller Assum – ein Verwalter – in Wildberg (sowie Bad Urach und Heidenheim) die Einrichtung einer sogenannten Nebenlade. Der Schäferlauf für den Schwarzwald findet in geraden Jahren in Wildberg und für die Schwäbische Alb in ungeraden Jahren in Bad Urach statt – jeweils zu „Jacobi". Die Hauptlade befindet sich nach wie vor in Markgröningen. Der Schäferlauf dort findet jährlich zu „Bartholomä“ statt, also Ende August. Ob das in 2020 so sein wird, ist noch nicht entschieden.

Für Bürgermeister Ulrich Bünger, den Gemeinderat und das ganze Organisationsteam ist der Schutz der Bevölkerung ein triftiges Argument für die Absage. Jetzt müssen zahlreiche vertragliche Verpflichtungen aufgehoben werden. Gerade die gebuchten Musiker, Künstler aber auch die Lieferanten und Schausteller werden wirtschaftlich darunter leiden. Das bedauert die Stadtverwaltung natürlich sehr. 

Die fröhlichen Begegnungen mit den Schäfern beim Leistungshüten, die Freude mit und unter den rund 1.500 Mitwirkenden im Festzug, aber auch die Lust aufs Heimatspiel der Festspielgruppe, das Herbeisehnen des Schäfertanzes der Trachtengruppe und die allgegenwärtige Präsenz der Stadtkapelle werden fehlen. Das gilt auch für die mit viel Herz agierenden unzähligen ehrenamtlich eingesetzten Helfern. Die Absage trifft, so kann man es ohne Übertreibung sagen, das Wildberger Gemüt mitten ins Herz. Aber „wir halten das aus, auch wenn es weh tut“, sind Bürgermeister Ulrich Bünger und Eberhard Fiedler einig.

Bleibt zu hoffen, dass die medizinischen Erkenntnisse bald wieder eine gewisse Normalität zulassen –denn ab März 2021 beginnt die Organisation des nächsten Wildberger Schäferlaufs, der von 15. bis 18 Juli 2022 stattfinden soll. Das belebt die Hoffnungen der Verantwortlichen und der Bürgerinnen und Bürger und damit auch der vielen Schäferlauffreunde nah und fern.

Über den Schäferlauf:

Jeweils am dritten Wochenende im Juli in geraden Jahren, also zu „Jacobi“ (auch St. Jakob; Jakobus oder Jakobstag genannt und seit dem 8. Jahrhundert nachweisbar) findet in Wildberg der Schäferlauf statt. Vier Tage lang befindet sich die Stadt im Ausnahmezustand. Festspiel, Leistungshüten, Schäferlaufmorgen am Rathaus, Festzug, der Lauf um die Schäferkrone und vieles mehr machen den Schäferlauf zu einem unvergesslichen Erlebnis.

2018 hat die Deutsche UNESCO-Kommission den Wildberger Schäferlauf in das Bundesdeutsche Verzeichnis als Immaterielles Kulturerbe aufgenommen. Diese Auszeichnung - zusammen mit den anderen Schäferlaufen in Markgröningen und Bad Urach - „adelt“ den Wildberger Schäferlauf und bestätigt seine historisch herausragende Bedeutung.