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Autor: Stadt Wildberg - Hauptamt
Artikel vom 04.08.2020

„Echte Schätze“ stärkt Vorschulkinder"

Bild Übergabe "Echte Schätze"-Kíste
Bild Übergabe "Echte Schätze"-Kíste

In einer roten Kiste findet sich alles, was Erzieher brauchen, um Kinder für das Thema sexualisierte Gewalt zu sensibilisieren und zu stärken. Das Präventionsprojekt heißt „Echte Schätze“ und stammt vom PETZE-Institut für Gewaltprävention in Kiel. Wildberg setzt als eine der ersten Kommunen im Kreis die Kiste ein.

Zum Jahreswechsel bekam Wildberg seine eigene „Echte Schätze“-Kiste für die Kindertagesstätten im Stadtgebiet. Finanziert hat die Anschaffung der Förderverein Flüchtlinge. Bei der Beratungsstelle bei sexualisierter Gewalt an Kindern und Jugendlichen des Calwer Landratsamts – genannt ONYX – gibt es bereits seit Sommer 2019 zwei solcher Kisten zum Ausleihen für alle Kreiskommunen. Doch bei allein sieben Betreuungseinrichtungen in Wildberg ist es schwer, hier zum Zug zu kommen. Den KiTas war es daher ein Anliegen, eine eigene Kiste anzuschaffen, erzählt Susanne Gärtner, Koordinatorin für Flüchtlinge und Ehrenamt bei der Stadt. „Intensiv, praktisch, alltagstauglich“.

In den roten Boxen befindet sich allerlei Material, mit dem Kinder spielerisch für das Thema sexualisierte Gewalt sensibilisiert werden können, erklärt Nadine Dreher von ONYX. Sechs Wochen dauert das Programm. Jede Woche wird ein neues Thema aufgegriffen. Wie genau das behandelt wird, entscheiden die Erzieher. Das Material und die Begleitliteratur helfen ihnen dabei – genauso wie Katze Kim, die durch die Themen führt. „Intensiv, praktisch, alltagstauglich“ – so beschreibt Dreher das Konzept. Es gehe nicht darum, den Kindern Angst zu machen, sondern sie zu stärken – und das ganz grundsätzlich, nicht nur wegen sexuellen Missbrauchs. Die Jungen und Mädchen im Vorschulalter lernen unter anderem, dass ihr Körper ihnen gehört und wie sie deutlich nein sagen können.

Die Finanzierung hat der Förderverein Flüchtlinge in die Hand genommen. Man wollte dem Wunsch der Kindertagesstätten entsprechen, erklärt Vorstandsmitglied Dieter Dannenmann. Natürlich sei das mit einer „finanziellen Hausnummer“ verbunden, doch „es ist wahnsinnig wichtig, das Thema präsent zu machen“. Der Gemeinderat weiß: „Die Stadt muss und möchte Flüchtlingskinder integrieren.“ Auch Kinder geflüchteter Familien besuchen die Betreuungseinrichtungen und sie betreffe das Thema damit ebenso wie Kinder ohne Fluchterfahrung. Die Vorstandschaft habe gar nicht lange gefackelt und grünes Licht gegeben. 

Zur Info: Die Beratungsstelle ONYX ist Anlaufstelle für Betroffene, für Familienmitglieder, Freunde und Vertrauenspersonen, für Fachkräfte, für Eltern, die Fragen zur sexuellen Entwicklung ihrer Kinder haben, und für Kinder bis 14 Jahre. Es kann sich jeder melden, der glaubt, eine sexuelle Grenzverletzung oder einen Übergriff bemerkt zu haben. Der Name ONYX bezieht sich auf den gleichnamigen Heilstein, der das Selbstbewusstsein und das Durchsetzungsvermögen fördern und Menschen, die sich mehr innere Stärke wünschen, unterstützen soll.

Die Beratungsstelle ist erreichbar unter Telefon 07452 8425-80, Handy 0170/4544080 oder per Email an OnyX(@)kreis-calw.de

Das Foto zeigt Nadine Dreher, Gaby Wohlleber, Leiterin KiTa Sulz, Franzi Weber, Vorsitzende Förderverein Flüchtlinge, Dieter Dannenmann, Erzieherin Anke Scheihing, Susanne Gärtner, Erzieherin Mirjam Stahl (v.l.)