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Autor: Stadt Wildberg - Hauptamt
Artikel vom 29.10.2020

Gemeinderat auf Waldbegang

Der Gemeinderat beim Waldbegang
Der Gemeinderat beim Waldbegang

Im Oktober war der Wildberger Gemeinderat in der Natur unterwegs. Revierförster Thomas Hingsberg und Jörg Ziegler, Abteilungsleiter der Abteilung Forstbetrieb und Jagd am Landratsamt, führten das Gremium durch das Gewann Burguff an der Gemarkungsgrenze nach Holzbronn.

Ein zentrales Thema: der Zehn-Jahres-Plan für den Wildberger Wald.

Auf ihrem Weg kam die Gruppe an einem 140 Jahre alten Tannenbestand vorbei, der sich leider aufgrund von Trockenheit, Sturm und Käferbefall auflöst. Die fachliche Empfehlung: die alten Bäume bei gutem Holzmarkt ernten, bevor sie bei künftigen Stürmen in den Jungwuchs fallen und diesen beschädigen oder zwangsweise wegen Trockenheit oder Käferbefall genutzt werden müssen. Der Jungwuchs solle intensiver gepflegt werden, damit klimastabile Mischbaumarten wie Buche und Kirsche nicht überwachsen werden.

Ein weiterer Ansatz, um den Wald dem Klimawandel anzupassen, ist der Anbau fremdländischer Baumarten, die mit den Veränderungen eventuell besser zurechtkommen. Bereits früher wurden in Wildberg Baumarten wie Douglasie, Küstentanne und Thuja gesetzt. Aktuell seien noch weitere Arten wie Atlaszeder und Baumhasel in der Diskussion. Mit solchen Baumarten könne man beispielsweise durch Borkenkäfer entstehende Lücken auffüllen, der flächige Austausch einer Baumart sei jedoch nicht möglich. Zum einen werde das teuer, zum anderen habe man damit keine Erfahrungswerte.

Eine „gute Strategie im Klimawandel“ ist laut den Förstern die Naturverjüngung. Die Bäume samen natürlich an und haben daher ein „optimales Wurzelwachstum“. Der am besten angepasste Baum setze sich hier kleinräumig durch. Allerdings sei auch eine intensive Bejagung notwendig, damit einzelne Arten nicht durch Wildverbiss verloren gehen. Auch das Alt- und Totholzkonzept wird im Stadtwald umgesetzt, sowohl durch flächig stillgelegte Waldparzellen als auch Habitatbaumgruppen („Alt- und Totholzinseln“ im bewirtschafteten Wald). Die Bäume bleiben hier stehen, bis sie absterben und zerfallen und bieten dadurch einen Lebensraum für viele Tiere. Das sei einerseits ein Bekenntnis zur ökologischen Funktion des Stadtwaldes, andererseits auch Ausgleichsmaßnahme für Eingriffe in den Wald, zum Beispiel durch Baugebiete.