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Autor: Stadt Wildberg - Hauptamt
Artikel vom 25.05.2021

50 Jahre Kaffeenachmittage

50 Jahre Kaffeenachmittage und 30 Jahre „Schlossberglerchen“

Eigentlich würde am letzten Mittwoch im Mai die Mittwochsgesellschaft zu ihrem üblichen Kaffeenachmittag einladen. Und diesmal gäbe es einen besonderen Anlass: 50 Jahre Kaffeenachmittage sowie 30 Jahre „Schlossberglerchen“.

Ein Archivordner bei der Stadt Wildberg gibt einen kleinen Einblick in die Anfänge der Mittwochsgesellschaft: 1971 erfolgte die Gründung durch den damaligen Bürgermeister Horst Krauter, den damaligen Pfarrer Gerhard Weber und den Busunternehmer Weik. „Die drei Herren waren der Meinung, es müsste dringend etwas für die Senioren aus den einzelnen Stadtteilen getan werden, damit diese auch mal einen unbeschwerten Nachmittag bei Kaffee und Kuchen genießen können“, fasst Gabriele Meyer, heute Koordinatorin des Angebots, zusammen. Das Konzept sei „sehr gerne angenommen“ worden, sodass daraus die Kaffeenachmittage und die Busfahrten der Mittwochsgesellschaft entstanden.

„Leider war im Archiv nicht herauszufinden, wer die Leitung von 1971 bis 1978 hatte“, erzählt Meyer. „Doch bei der 47-Jahr-Feier im Jahr 2018 konnte sich ein Gast daran erinnern, dass es Hermann Stockinger, Landwirt aus Schönbronn, war.“ Erst als Herbert Hoffmann 1978 die Mittwochsgesellschaft unter seine Fittiche nahm, sind wieder Aufzeichnungen vorhanden. Zum 15-jährigen Bestehen notierte Hoffmann einige Zahlen. Unter anderem zählte man bis dahin 180 Kaffeerunden mit rund 15.300 Besuchern sowie 427 Busausfahrten mit fast 20.000 Gästen, die etwa 102.000 Kilometer gefahren sind. Das entspricht zweieinhalbmal rund um den Äquator.

17 Jahre lang hat Herbert Hoffmann mit seinem unerschütterlichen Berliner Humor die Mittwochsgesellschaft geführt. Sein Wegzug in den Norden zwang die Verantwortlichen, eine neue Leitung zu suchen.

Glücklicherweise konnte man Irene Deuber dafür begeistern. Tatkräftige Unterstützung und viel Zuspruch bekam sie durch Ilse Schill. „Ilse Schill ist aus der Mittwochsgesellschaft nicht wegzudenken.“ Bereits 1986 übernahm sie die Kassenführung von Vorgänger Schlegel und behielt den Posten bis 2019.

„Irene Deuber hat es letztendlich auf 18 Jahre erfolgreiche Führung der Mittwochsgesellschaft gebracht“, fährt Gabriele Meyer fort. „Das ist sehr lobenswert.“ Aus Altersgründen gab sie ihr Amt schließlich ab und erneut begann die Nachfolgersuche. „Bürgermeister Ulrich Bünger hat hierbei geholfen und ist fündig geworden“. Die Lösung: Seit 2013 wird die Mittwochsgesellschaft vom Stadtseniorenrat Wildberg unterstützt.

Kaffeenachmittage mit interessanten Programmen und Referenten, leckerer Verpflegung und schönem Blumenschmuck sowie Busfahrten in verschiedenste Winkel werden bis heute angeboten. Um die Bewirtung kümmert sich „das sehr engagierte Küchenteam“. „Für das Auf- und Abstuhlen im Saal gibt es auch eine fleißige Herren-Mannschaft, für die die Mittwochsgesellschaft sehr dankbar ist“.

Unter der fachkundigen Reiseleitung von Georg Frerichs konnten mehrtägige Ausfahrten unter anderem nach Berlin, Dresden, Wien, Slowenien, Kärnten, Villach, Prag, Holland, Monaco und an den Genfer See stattfinden. Das Foto entstand 2004 in Südtirol. Bei Tagesausfahrten blieb man in der Region, schaute sich mitunter Ludwigsburg, Schwäbisch Gmünd, das Kloster Sankt Peter, den Bodensee und das Schloss Weikersheim genauer an. Nicht zu vergessen sind auch die „schönen Busfahrten“ mit Bürgermeister Bünger, beispielsweise nach Marbach zum Gestüt, Blaubeuren mit Blautopf und zur Burg Hohenbeilstein mit Falknerei.

Der Chor „Schlossberglerchen“ war eine Idee von Herbert Hoffmann zum 20-jährigen Bestehen der Mittwochsgesellschaft. Helene Zillessen, Irene Deuber und Esther Glaser gründeten daraufhin einen „Damenchor“, der erstmals beim Jubiläumsfest auftrat. „Helene Zillessen hatte die besondere Gabe, auf bekannte Melodien eigene Texte, die immer einen Bezug zur Mittwochsgesellschaft oder zu den bevorstehenden Reisen hatten, zu reimen. Diese Lieder fanden besonderen Anklang bei den Sängerinnen.“ Bis 2007 begleitete Irene Deuber den Chor am Klavier, seither hat diese Aufgabe Anja Saur übernommen.

Zu den Highlights der letzten 50 Jahre gehört die Feier zum 47-jährigen Bestehen, bei der „Dui do on de sell“ ihr witziges Programm vorführten. Im Jahr 2000 erhielt die Mittwochsgesellschaft den Sozialpreis, der vom Kreisseniorenrat, der Sparkasse Pforzheim und dem Lions-Club gespendet wurde.

„Trotz der Pandemie hat das Team der Mittwochsgesellschaft die Gäste der Kaffeenachmittage nicht vergessen“, betont Gabriele Meyer. An Weihnachten 2020 beispielsweise verteilte das Team kleine selbstgemachte Geschenke, an Ostern 2021 wurden gebastelte Ostergrüße in die Briefkästen eingeworfen. „Die Resonanz auf beide Aktionen war riesengroß und mit sehr großer Freude und Dankbarkeit verbunden.“ Hertha Spletzer, Karin Fritz und Angelika Schanz sind das hilfsbereite Team. Alle Personen, die früher mitgeholfen haben und auch heute mithelfen, tun das ehrenamtlich.

Das Team bedauert sehr, dass zu diesem Jubiläum aufgrund der Pandemie keine Feier stattfinden kann. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Sobald es möglich ist, soll diese nachgeholt werden. Und Gabriele Meyer ist sich sicher: „Die Freude über viele Gäste wird groß sein.“

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